Donnerstag, 16. April 2015

2. April 2015 Bubikon - Ich werde geführt

Durch einen Schleier aus Regen blicke ich auf den grau blauen Pfäffikersee. In der Ferne kann man die schneebedeckten Berge sehen, mein Ziel in einigen Tagen. Fröhlich stapfe ich durch den Sumpf. Die Schilfrohre wiegen sich im Wind.
Der Bauer bei dem ich heute schlafen werde hat gesagt es wären nur 1.5 - 2 Stunden bis zu seinem Hof. Ich erklimme einen Hügel und befinde mich zwischen den alten Steinen eines römischen Fords. Die alte Geschichte dieses Ortes liegt geheimnissvol auf Erde und Stein. Der Wind zerzaust mein Haar und ich sauge die frische Luft tief in mich ein. Bis jetzt fühle ich mich ganz ruhig und wohl mit mir alleine.

3 Stunden später schleppe ich mich durch den dunklen Wald. Immer wieder muss ich über alte Baumriesen klettern die im Sturm der letzten Tage gefallen sind. Dunkle Gedanken flüstern mir ins Ohr. Der Bauer hat gesagt es würde 2 Stunden dauern und ich bin jetzt schon eine Ewigkeit am laufen! Wie langsam bin ich eigentlich?! Seufzend lasse ich mich auf einen der Bäume fallen und ziehe meinen zerknitterten Reiseführer aus der Seitentasche. Grinsend lese ich den Eintrag. 16 Kilometer. Na da müsste man ja Flügel haben um das in 1.5 Stunden zu schaffen!
Aber wie schnell bin ich bereit gewesen an mir zu zweifeln.

Langsam schleicht sich ein Gefühl der Angst in mein Herz. Ich kann nicht mehr. Und mein Handy hat den Geist aufgegeben. Und zu allem übel hatte ich den Zettel mit der Adresse des Bauers verloren. Ratlos stehe ich auf einer saftig Grünen Wiese. Irgendwo bei Bubikon. Ich hatte mir das Dorf auch nicht so gross vorgestellt!
Ich schliesse die Augen und schicke ein stilles Flehen zum Universum. Bitte, zeig mir den Weg.
Und so stapfe ich auf dem Grasstreifen eine Strasse entlang. LKWs fahren donnernd an mir vorbei. Fluchend springe ich in die Böschung als einer ganz nahe an mir vorbei rast.  Weiter gehe ich planlos durch das Nirgendwo. Als ich aufblicke stehe ich vor einem schönen Bauernhaus. Es ist der Hof den ich suche.

Bis spät Nachts sitzen der Bauer und ich auf einer Werkzeugkiste im Bauwagen und philosophierten über das Leben und unsere hecktische Konsum Gesellschaft. Er hat einige Zeit am Strand von Goa gelebt und den Tag mit Schwimmen, nackt Yoga und Drogen verbracht.:-) 
In dem Bauwagen schlage ich dann mein Nachtlager auf und schlafe erschöpft bis die Sonne über den Obstbäumen aufgeht.











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